Ladeicon
Wir verkaufen WELLNISS. Interessiert? Mail an: info@wellniss.de

Suchen, finden, entspannen

Einfach Stichwort eingeben und Ihre nächste Auszeit entdecken.

Entscheidungen treffen: Wie Sie aus dem Grübeln ins Handeln kommen

Sep 2026
Zeit: 6 Min
Gastbeitrag
Entscheidungen treffen: Wie Sie aus dem Grübeln ins Handeln kommen

Viele Entscheidungen sind einfach. Andere begleiten uns über Wochen oder Monate.

Soll ich den Job wechseln? Soll ich ein Angebot annehmen? Möchte ich etwas in meinem Leben verändern? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür?

Wir sammeln Informationen, schreiben Listen, sprechen mit Freunden und denken noch einmal darüber nach. Trotzdem wird die Entscheidung nicht leichter.

Das Problem ist dann häufig nicht, dass Informationen fehlen. Es fehlt Abstand.

Die folgenden fünf Schritte können Ihnen helfen, eine festgefahrene Entscheidung zu sortieren. Sie brauchen dafür keine besondere Methode. Nehmen Sie sich etwa eine Stunde Zeit, Papier und Stift und gehen Sie zwischendurch eine Runde nach draußen.

1. Schreiben Sie die Entscheidung in einem Satz auf

Beginnen Sie nicht mit einer langen Beschreibung Ihrer Situation.

Schreiben Sie stattdessen auf:

Welche Entscheidung möchte ich treffen?

Formulieren Sie daraus einen einzigen Satz.

Zum Beispiel:

„Soll ich mich beruflich verändern oder noch mindestens ein Jahr in meiner jetzigen Position bleiben?“

Das klingt banal. Probieren Sie es trotzdem aus.

Oft zeigt sich bereits beim Formulieren, dass die eigentliche Frage eine andere ist.

Vielleicht lautet sie:

„Will ich überhaupt noch in diesem Beruf arbeiten?“

Oder:

„Was müsste sich an meiner jetzigen Arbeit ändern, damit ich gerne bleibe?“

Bevor Sie nach einer Antwort suchen, sollten Sie wissen, welche Frage Sie eigentlich beantworten möchten.

2. Trennen Sie Fakten von Befürchtungen

Nehmen Sie ein Blatt Papier und ziehen Sie in der Mitte einen Strich.

Schreiben Sie links:

Das weiß ich.

Rechts schreiben Sie:

Das vermute oder befürchte ich.

Bei einem möglichen Jobwechsel könnte links beispielsweise stehen:

  • Mein Arbeitsweg würde 20 Minuten länger.
  • Das Gehalt wäre höher.
  • Ich hätte sechs Monate Probezeit.

Auf der rechten Seite könnte stehen:

  • Vielleicht komme ich mit dem neuen Chef nicht zurecht.
  • Möglicherweise bereue ich den Wechsel.
  • Was ist, wenn ich dort auch nicht zufriedener bin?

Beide Seiten sind wichtig. Sie sollten sie nur nicht miteinander verwechseln.

Eine Befürchtung kann berechtigt sein. Sie ist trotzdem noch keine Tatsache.

Prüfen Sie anschließend die rechte Seite. Bei welchen Punkten können Sie zusätzliche Informationen beschaffen? Welche Fragen könnten Sie vor einer Entscheidung noch klären?

Damit wird aus diffusem Grübeln eine konkrete Aufgabe.

3. Verlassen Sie für eine halbe Stunde Ihren üblichen Platz

Lassen Sie das Papier liegen und gehen Sie nach draußen.

Sie müssen dafür nicht wandern. Ein Park, ein Feldweg oder eine ruhige Runde durch den Ort reicht.

Nehmen Sie zunächst keine neue Pro und Contra Liste mit.

Stellen Sie sich stattdessen nur eine Frage:

„Was hält mich gerade davon ab, eine Entscheidung zu treffen?“

Dann gehen Sie.

Versuchen Sie nicht, sofort eine Antwort zu finden. Geben Sie sich zehn oder fünfzehn Minuten.

Dass Bewegung beim Denken eine Rolle spielen kann, wurde auch wissenschaftlich untersucht. Forscher der Stanford University fanden in Experimenten Hinweise darauf, dass Gehen insbesondere das kreative, sogenannte divergente Denken fördern kann.

Das bedeutet nicht, dass ein Spaziergang automatisch zu einer richtigen Entscheidung führt.

Er schafft aber einen anderen Rahmen als der Schreibtisch, an dem Sie möglicherweise bereits viele Stunden über dieselbe Frage nachgedacht haben.

4. Streichen Sie die perfekte Entscheidung

Ein Grund für langes Grübeln ist die Suche nach Sicherheit.

Wir möchten vorher wissen, ob eine Entscheidung richtig sein wird.

Bei wichtigen Lebensentscheidungen gibt es diese Sicherheit häufig nicht.

Sie können Informationen sammeln, Risiken abwägen und verschiedene Möglichkeiten durchspielen. Was tatsächlich passiert, erfahren Sie erst danach.

Versuchen Sie deshalb eine andere Frage.

Nicht:

„Welche Entscheidung ist richtig?“

Sondern:

„Mit welcher Entscheidung kann ich unter den heutigen Bedingungen gut leben?“

Das ist ein erheblicher Unterschied.

Sie müssen nicht die nächsten zehn Jahre vorhersagen. Sie treffen eine Entscheidung mit dem Wissen, das Ihnen heute zur Verfügung steht.

5. Bestimmen Sie den nächsten Schritt, nicht die nächsten fünf Jahre

Am Ende der Stunde müssen Sie noch keine endgültige Entscheidung getroffen haben.

Bestimmen Sie stattdessen den nächsten konkreten Schritt.

Bei einer beruflichen Veränderung könnte das sein:

  • Ich aktualisiere meinen Lebenslauf.
  • Ich vereinbare ein Gespräch mit meinem Vorgesetzten.
  • Ich spreche mit jemandem, der den anderen Arbeitgeber kennt.
  • Ich recherchiere drei konkrete Stellenangebote.
  • Ich lasse mir offene Fragen zum neuen Job beantworten.

Setzen Sie sich dafür einen Termin.

Nicht: „Das mache ich demnächst.“

Sondern beispielsweise:

„Am Mittwochabend aktualisiere ich meinen Lebenslauf.“

Damit wird aus einem Gedanken eine Handlung.

Wenn Sie sich trotzdem im Kreis drehen

Es gibt Entscheidungen, bei denen diese fünf Schritte reichen.

Und es gibt Situationen, in denen man immer wieder am gleichen Punkt landet.

Dann kann ein Gespräch helfen.

Das muss nicht sofort ein professionelles Coaching sein. Sprechen Sie mit jemandem, der gut zuhören kann und nicht versucht, Ihnen die Entscheidung abzunehmen.

Eine einfache Regel kann dabei helfen:

Bitten Sie Ihr Gegenüber zunächst nur, Fragen zu stellen.

Keine Ratschläge.

Kein „An deiner Stelle würde ich ...“.

Die Entscheidung bleibt bei Ihnen.

Ein gutes Gespräch muss Ihnen nicht sagen, was Sie tun sollen. Es kann Ihnen helfen zu erkennen, warum Ihnen die Entscheidung so schwerfällt.

Nutzen Sie Abstand, wenn er ohnehin entsteht

Besonders interessant sind Zeiten, in denen Sie Ihren Alltag ohnehin verlassen.

Das kann ein freies Wochenende sein, ein längerer Spaziergang oder eine Reise.

Im Urlaub ändern sich viele Routinen automatisch. Der Arbeitsweg fällt weg, Termine werden weniger und die gewohnte Umgebung ist für einige Tage nicht ständig präsent.

Wenn Sie eine Entscheidung schon länger beschäftigt, können Sie diesen Abstand nutzen.

Reservieren Sie dafür beispielsweise einen Vormittag.

Gehen Sie eine Stunde spazieren. Setzen Sie sich anschließend mit einem Kaffee irgendwo hin und schreiben Sie auf, was Ihnen durch den Kopf gegangen ist.

Danach ist Schluss.

Der restliche Tag gehört wieder dem Urlaub.

Eine persönliche Auszeit muss kein Selbstoptimierungsprogramm werden.

Drei Fragen zum Abschluss

Wenn Sie gerade vor einer Entscheidung stehen, nehmen Sie ein Blatt Papier und beantworten Sie diese drei Fragen:

1. Welche Entscheidung möchte ich tatsächlich treffen?

Schreiben Sie die Frage in einem Satz auf.

2. Was weiß ich und was befürchte ich nur?

Trennen Sie beides voneinander.

3. Was kann ich innerhalb der nächsten sieben Tage konkret tun?

Notieren Sie genau einen Schritt und einen Termin.

Vielleicht haben Sie danach noch keine endgültige Antwort.

Aber Sie haben etwas anderes erreicht: Sie haben aus einer großen Entscheidung eine konkrete Frage gemacht.

Und mit einer konkreten Frage lässt sich meistens besser weiterarbeiten als mit hundert Gedanken gleichzeitig.

Autorenprofil

Eberhard Kuhl war viele Jahre in der Unternehmensführung tätig und arbeitet heute als Berater und Coach. Er beschäftigt sich mit Führung, Veränderungsprozessen und beruflicher Neuorientierung. Mit HolidayCoaching.de hat er eine Plattform aufgebaut, die professionelles Coaching mit dem Aufenthalt an einem Urlaubsort verbindet.

Website: HolidayCoaching.de






Was Sie interessieren könnte

Entdecken Sie weitere Beiträge passend zum Thema - vielleicht genau das Richtige für Sie.

Meditieren für Anfänger
Meditieren für Anfänger
Meditieren für Anfänger leicht gemacht: Lernen Sie, wie Sie Achtsamkeit entwickeln und mit einfachen Techniken...
Entspannungstechniken
Entspannungstechniken
Entdecken Sie effektive Entspannungstechniken für weniger Stress und mehr Ausgeglichenheit. Praktische Methode...
Glücklich sein
Glücklich sein
Glück kann trainiert werden – ähnlich wie ein Muskel, der durch regelmäßiges Training stärker wird. Erfahren S...
Innere Ruhe finden
Innere Ruhe finden
Innere Ruhe finden? Ja, es gibt viele Wege, um innere Ruhe zu finden und sich wieder zentriert zu fühlen....
Was ist ein Retreat?
Was ist ein Retreat?
Was genau ist ein Retreat – und was macht man dort? Erfahren Sie, wie Retreats wirken, welche Arten es gibt un...



THEMEN: