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Wenn aus einzelnen Funktionen ein Gesamtkonzept werden soll
Wellness-Technologien für den Einsatz zu Hause haben sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Wärme, Lichtanwendungen oder pulsierende elektromagnetische Felder (PEMF) werden längst nicht mehr ausschließlich als einzelne Anwendungen angeboten. Immer häufiger werden verschiedene Funktionen in einem Produkt miteinander kombiniert.
Doch mehr Technik bedeutet nicht automatisch ein besseres Wellness-Erlebnis. Entscheidend ist vielmehr, ob die einzelnen Funktionen sinnvoll aufeinander abgestimmt sind, unabhängig voneinander genutzt werden können und sich im Alltag einfach bedienen lassen.
Aus meiner langjährigen Beschäftigung mit Wellnessmatten und den Rückmeldungen vieler Anwender ist für mich deshalb eine Erkenntnis besonders wichtig geworden: Eine gute technische Ausstattung beginnt nicht bei der Anzahl der Funktionen, sondern bei der Frage, wie Menschen diese tatsächlich nutzen möchten.
Wärme – eine der unmittelbarsten Wellness-Anwendungen
Wärme gehört zu den klassischen Möglichkeiten, eine Ruhe- oder Entspannungsphase angenehmer zu gestalten. Gerade bei einer Wellnessmatte ist dabei nicht allein die maximal erreichbare Temperatur entscheidend.
Mindestens ebenso wichtig sind eine gleichmäßige Wärmeverteilung, eine vernünftige Regelbarkeit und die Möglichkeit, die Temperatur an das persönliche Wärmeempfinden anzupassen.
Wer unterschiedliche Wellness-Technologien miteinander kombiniert, sollte die Wärme außerdem unabhängig von anderen Funktionen ein- und ausschalten können. Denn nicht jeder möchte bei jeder Anwendung gleichzeitig Wärme nutzen.
Diese scheinbar einfache Anforderung ist ein gutes Beispiel dafür, warum ein durchdachtes Gesamtkonzept wichtiger sein kann als eine möglichst lange Liste technischer Funktionen.
PEMF – wenn aus einer Einstellung verschiedene Programme werden
PEMF steht für „Pulsed Electromagnetic Fields“, also pulsierende elektromagnetische Felder. Die Technologie begegnet einem inzwischen in unterschiedlichen Wellness- und Regenerationsprodukten.
Interessant wird das Thema insbesondere bei der Steuerung. Ein System kann beispielsweise mit einer konstanten Einstellung arbeiten oder unterschiedliche Frequenzen in festgelegten Abläufen miteinander kombinieren.
Aus Sicht der Produktentwicklung stellt sich deshalb nicht nur die Frage, welche technischen Bereiche ein System abdecken kann. Ebenso wichtig ist, wie diese Möglichkeiten für den Anwender verständlich aufbereitet werden.
Ein manuell einstellbares System bietet viel Freiheit, verlangt aber auch mehr Beschäftigung mit der Technik. Vordefinierte Programme können die Bedienung vereinfachen. Eine Kombination aus beidem kann daher sinnvoll sein: Programme für eine unkomplizierte Nutzung und manuelle Einstellungen für Anwender, die ihre Anwendung individueller gestalten möchten.
Rot- und Nahinfrarotlicht sind nicht dasselbe
Auch Lichtanwendungen haben in modernen Wellnessprodukten an Bedeutung gewonnen. Häufig eingesetzt werden rotes Licht im Bereich von etwa 660 Nanometern und Nahinfrarotlicht um 850 Nanometer.
Obwohl beide Wellenlängen häufig gemeinsam verbaut werden, handelt es sich um unterschiedliche Bereiche des Lichtspektrums. Ein flexibles System sollte deshalb nicht zwangsläufig beide Lichtarten immer gleichzeitig aktivieren.
Aus Anwendersicht ist es komfortabler, wenn rotes Licht und Nahinfrarotlicht je nach technischer Ausführung getrennt oder gemeinsam genutzt werden können.
Auch hier zeigt sich ein Grundprinzip guter Produktentwicklung: Funktionen sollten sich ergänzen, ohne den Nutzer zu einer bestimmten Kombination zu zwingen.
Mehr Funktionen brauchen eine bessere Bedienung
Mit jeder zusätzlichen Möglichkeit steigt allerdings eine andere Herausforderung: die Bedienung.
Was technisch beeindruckend klingt, kann im Alltag schnell kompliziert werden. Wenn für Wärme, Licht, Intensität, Programme, Zeit und weitere Einstellungen zahlreiche Tastenkombinationen benötigt werden, geht ein Teil des Wellnessgedankens verloren.
Deshalb sollte die Benutzeroberfläche nicht erst am Ende einer Produktentwicklung entstehen. Sie gehört für mich von Anfang an zum Produktkonzept.
Ein Anwender sollte möglichst schnell erkennen können, welche Funktion gerade aktiv ist, welche Einstellung gewählt wurde und wie sie verändert werden kann. Gerade bei kombinierten Systemen ist eine klare Trennung der einzelnen Funktionen wichtig.
Warum unabhängig steuerbare Funktionen sinnvoll sind
Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der Beschäftigung mit kombinierten Wellness-Systemen ist für mich deshalb die Modularität innerhalb eines einzigen Produkts.
Ein Anwender möchte an einem Tag vielleicht lediglich Wärme nutzen. An einem anderen Tag soll Licht hinzukommen. Bei einer weiteren Anwendung steht möglicherweise PEMF im Mittelpunkt.
Ein gutes Gesamtsystem sollte diese Entscheidungen ermöglichen, ohne dass dafür verschiedene Einzelgeräte notwendig sind oder grundsätzlich sämtliche Funktionen gleichzeitig laufen müssen.
Das macht ein Produkt nicht nur flexibler. Es erlaubt dem Anwender auch, mit unterschiedlichen Kombinationen eigene Erfahrungen zu sammeln und eine persönliche Wellnessroutine zu entwickeln.
Kundenfeedback kann wertvoller sein als eine zusätzliche Funktion
Bei der Weiterentwicklung eines bestehenden Produkts liegt es nahe, einfach neue technische Funktionen hinzuzufügen. In der Praxis sind Rückmeldungen von Anwendern jedoch häufig mindestens genauso wertvoll.
Welche Funktionen werden tatsächlich regelmäßig verwendet? Welche Einstellungen sind unnötig kompliziert? Was wird vermisst? Welche Eigenschaften eines bestehenden Produkts möchten Anwender keinesfalls verlieren?
Solche Fragen verändern die Perspektive auf Produktentwicklung erheblich.
Statt zu fragen: „Welche weitere Technologie können wir noch integrieren?“, wird die entscheidende Frage irgendwann: „Was macht das Produkt für den Menschen, der es später regelmäßig benutzt, tatsächlich besser?“
Von der Erfahrung zurück auf ein weißes Blatt Papier
Genau diese Frage beschäftigt mich derzeit auch bei Bioworld.
Nach vielen Jahren Erfahrung mit den biolife® Premium Kristallmatten haben wir uns entschieden, bei einer neuen Produktentwicklung nicht einfach das bestehende Konzept um weitere Funktionen zu ergänzen.
Stattdessen haben wir gedanklich noch einmal bei null angefangen.
Welche Technologien würden wir heute auswählen? Welche Funktionen sollten getrennt steuerbar sein? Wie lässt sich eine moderne Bedienung realisieren? Und welche Erfahrungen aus den vergangenen Jahren sollten unbedingt in eine neue Generation einfließen?
Aus diesen Überlegungen ist inzwischen ein neues technisches Konzept entstanden. Der erste funktionsfähige Prototyp befindet sich bereits in der Entwicklung.
Dabei zeigt sich schon jetzt etwas, das wahrscheinlich für viele Produktentwicklungen gilt: Zwischen einer guten Idee und einem guten Produkt liegen zahlreiche kleine Entscheidungen.
Warum wir diesmal auch den Entwicklungsweg zeigen
Normalerweise erfährt der Kunde von all diesen Überlegungen wenig. Er sieht irgendwann ein fertiges Produkt, eine technische Beschreibung und einige Bilder.
Der eigentliche Entwicklungsprozess bleibt unsichtbar.
Bei unserem aktuellen Projekt haben wir uns deshalb entschieden, erstmals ausgewählte Schritte dieses Weges öffentlich zu dokumentieren – einschließlich der Entscheidungen, Veränderungen und später auch der praktischen Tests des ersten Prototyps.
Denn gerade diese Phase zeigt sehr anschaulich, dass Innovation nicht darin besteht, möglichst viele Technologien in ein Gehäuse oder eine Matte zu packen.
Am Ende müssen Technik, Bedienbarkeit und Alltagstauglichkeit zusammenpassen.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis: Bei einem guten Wellnessprodukt sollte der Nutzer nicht über die Technik nachdenken müssen. Die Technik sollte ihm die Freiheit geben, seine persönliche Auszeit so einfach wie möglich zu gestalten.
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